Pressemitteilung des Borromäus-Hospitals Leer:
Borro in Leer auch 2009 wirtschaftlich erfolgreich
Geschäftsbericht vorgelegt / Umsatz stieg auf 34,1 Millionen Euro
Leer, 03. August 2010.-
Für das Borromäus-Hospital in Leer war das vergangene Geschäftsjahr 2009 überaus erfolgreich: Bei einem Umsatz von über 34,1 Millionen Euro stieg das Jahresergebnis auf 1,024 Millionen Euro und wurde damit gegenüber 2008 mehr als verdoppelt. Das geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervor, den die Klinik in diesen Tagen fertiggestellt hat. „Die Zahlen sind sehr gut“, freut sich Geschäftsführer Dieter Brünink. „Das Borro ist ein sehr gesundes Krankenhaus.“
Das belegen auch weitere Zahlen, die Brüninks Stellvertreter und Leiter des Finanz- und Rechnungswesens, Jan Diekjacobs, für den Geschäftsbericht zusammengestellt hat. So konnte die Eigenkapitalquote in 2009 auf 48,5 Prozent (44,4) und die Eigenkapitalrentabilität auf 9,5 Prozent (5,1) gesteigert werden.
Dass ein Krankenhaus schwarze Zahlen schreibt, ist heute in Deutschland nicht mehr selbstverständlich. Nach Expertenmeinungen sind rund ein Drittel aller Kliniken aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation mittel- bis langfristig in ihrem Bestand gefährdet. Nicht so das Borromäus-Hospital: „Die Zeiten werden aufgrund des Spardruckes in der Gesundheitsversorgung zwar härter, aber wir sind auch für eine schwierige Zukunft gewappnet“, so Brünink.
Dabei war das Borro auch 2009 finanziell gesehen auf sich allein gestellt: „Für uns gab es keinen Cent an kommunalen Steuergeldern, die wir in Anspruch nehmen könnten.“ Trotzdem hat das Hospital auch im vergangenen Jahr erheblich in den Ausbau und die Erneuerung der Räumlichkeiten investiert. „Damit haben wir die Arbeitsabläufe und die technische Ausstattung optimiert“, ist Geschäftsführer Brünink zufrieden.
Es sei zwar wichtig, möglichst moderne Einrichtungen zu haben, die auf der Höhe des medizinischen Standards seien. „Unser bestes Kapital sind jedoch die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Brünink. „Besonders deren Arbeitseinsatz und Motivation ist es zu verdanken, dass wir heute gut dastehen.“
Der Geschäftsbericht 2009 kann auch auf der Internetseite unter www.borro-leer.de eingesehen werden. Der Jahresabschluss 2008 wird zudem im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Direkte Vergleiche mit anderen Kliniken seien aber derzeit nicht möglich, so Brünink. „Denn nicht jedes Krankenhaus hat seine Zahlen bereits veröffentlicht.“
Borromäus-Hospital in Zahlen
Der Umsatz des Borromäus-Hospitals stieg 2009 um 5,3 Prozent auf 34,1 Millionen Euro. Das Jahresergebnis konnte 2009 gegenüber dem Vorjahr auf 1,024 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.
In 2009 wurden im Borromäus-Hospital 12.859 Patienten stationär (2008: 12.904) und 18.125 ambulant (17.975) behandelt. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem leichten Minus von 0,3 Prozent bei den stationär und einem Plus von 0,8 Prozent bei den ambulant behandelten Patienten. Im Vorjahr wurden im Borro 7.198 Operationen (plus 0,1 Prozent gegenüber 2008) stationär und weitere 2.378 (+11,6 Prozent) ambulant durchgeführt. Die Zahl der Pflegetage blieb mit 78.136 (-0,3 Prozent) nahezu konstant, ebenso die durchschnittliche Verweildauer, die bei 6,08 Tagen (+0,3 Prozent) lag. Das Borromäus-Hospital verfügt über 271 Planbetten. Als Arbeitgeber ist das Borro einer der wichtigsten der Region: Statistisch gesehen sind es 370,56 Vollkräfte, tatsächlich beschäftigt das Krankenhaus über 500 Voll- und Teilzeitmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.
Das Borromäus-Hospital ist gemeinnützig. Erzielte Gewinne wurden nicht an die Alleingesellschafterin der gGmbH, der katholischen Kirchengemerinde St. Michael zu Leer, ausgeschüttet, sondern verblieben als Rücklagen bzw. für Investitionen im Unternehmen, das seit dem 1. Januar 2010 unter dem Dach der Holding ‚Christliche Kliniken Ems-Leda GmbH‘ mit dem Marienkrankenhaus Papenburg-Aschendorf GmbH zusammenarbeitet.

Sehr zufrieden mit der Entwicklung des Borromäus-Hospitals sind Geschäftsführer Dieter Brünink (stehend) und sein Stellvertreter Jan Diekjacobs, denn auch das Geschäftsjahr 2009 wurde wiederum mit einem positiven Ergebnis beendet. Diekjacobs hatte als Leiter des Finanz- und Rechnungswesens des Krankenhauses zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Zahlen für den Geschäftsbericht 2009 zusammengestellt.
Foto: Alex Siemer
Borromäus-Hospital jetzt zertifiziert
Prüfung ging am Donnerstag zu Ende / Vorarbeit dauerte vier Jahre
Leer, 16. April 2010.-
Als erstes ostfriesisches Krankenhaus ist das Borromäus-Hospital Leer in dieser Woche nach dem Standard KTQ/pCC zertifiziert worden. Die offizielle Urkunde wird zwar erst in einigen Wochen übergeben, die Freude über die Nachricht brach sich am Donnerstag während einer Mitarbeiterversammlung in der Klinik Bahn, als die vier für die Zertifizierung zuständigen Gutachter ihre Ergebnisse vorstellten. „Wir sind glücklich und stolz, diesen Meilenstein erreicht zu haben“, fasste Borro-Geschäftsführer Dieter Brünink die Freude in Worte.
Seit vier Jahren hatten sich die verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses auf die Zertifizierung vorbereitet. Insbesondere Pflegedirektor Andreas Dörkßen und Qualitätsmanagement-Beauftragte Insa Grabe hatten zusammen mit vielen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in tausenden Arbeitsstunden die Qualitätsstandards im Borromäus-Hospital erarbeitet und umgesetzt.
KTQ steht für Kooperation, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen. Getragen wird das Zertifzierungssystem von der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und den Krankenkassen. Bundesweit sind bisher rund 600 der 2.000 Krankenhäuser zertifiziert. Mit dem verliehenen Zertifikat wird insbesondere ausgezeichnet, wie stark sich das Krankenhaus für die Weiterentwicklung der Behandlungsqualität einsetzt, von der patientenfreundlichen Aufnahme, über eine klar strukturierte Behandlungsstrategie, bis hin zu einer kontinuierlichen Betreuung im Heilungsprozess. Medizinische Leistungen sollen transparent und für alle nachvollziehbar sein.
Qualität sei ein fortschreitender Prozess, an dem weiter intensiv gearbeitet wird. „Vor allem in Zeiten knapper werdender Ressourcen im Gesundheitswesen können und wollen wir auf eine kontinu-ierliche Verbesserung der Arbeit, zum Wohle der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten, nicht verzichten“, erklärte Pflegedirektor Andreas Dörkßen. Auch die weiter zunehmende Technisierung der Medizin verlange eine ständige Weiterentwicklung pflegerischer und menschlicher Betreuung der Patientinnen und Patienten. Diesem Anspruch kommt das KTQ/pCC-Zertifizierungsverfahren in besonderem Maße entgegen. Um das Gütesiegel der KTQ/pCC dauerhaft zu erhalten, sind Fremdbewertungen in dreijährigem Abstand erforderlich.
Vier Tage lang hatten Dr. med. Henrik Hermann (Chefarzt der Inneren Abteilung des Westküstenklinikums Brunsbüttel),
Dorothee Linnartz (Pflegedirektorin im Hospital zum Heiligen Geist in Kempen), Gerald Tangemann (Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau gGmbH) und Christoph Michaely von der Zertifizierungsgesellschaft proCum Cert GmbH unter anderem die verschiedenen Abteilungen im Borromäus-Hospital besichtigt, sich Arbeitsabläufe angesehen und etliche Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt. Man habe das Borro als „offen, transparent und lebendig“ erlebt, lobte Dr. Hermann in seinem Bericht vor der Mitarbeiterversammlung.

Die Anspannung ist der QM-Beauftragten Insa Grabe (links) und Pflegedirektor Andreas Dörkßen anzusehen, als das Visitations-team am Donnerstag das Ergebnis der viertägigen Zertifizierungs-prüfung bekanntgibt: Darüber freuen sich auch (erste Reihe von rechts) Aufsichtsratsvorsitzende Martina Klasen, Geschäftsführer Dieter Brünink und der Ärztliche Direktor Dr. Martin Reckels
Borro weiter unter 85-0 erreichbar
Hospital in Leer nimmt neue Telefonanlage in Betrieb
Leer, 11. Dezember 2009.-
Am 15. Dezember ist das DOS-Zeitalter beim Telefonieren im Borromäus-Hospital Leer zu Ende. Dann wird die bisherige Telefonanlage vom Netz genommen und eine hochmoderne aufgeschaltet. HiPath 4000 heißt die von Siemens gelieferte Anlage. „Das Borro ist weiter unter der Leeraner Rufnummer 85-0 erreichbar“, betont Markus Tholen, der als Abteilungsleiter im kaufmännischen Bereich und verantwortlich für das Gebäudemanagement die Umstellung maßgeblich mit organisiert hat. „Aber alle Nebenstellennummern sind neu und systematisch verteilt.“
Seit wann die bisherige Telefonanlage in Betrieb ist, weiß Markus Tholen nicht genau. „Sie ist rund 22 Jahre alt und läuft eben noch unter DOS“. Funktioniert hat sie immer, nur zeitgemäß ist sie nicht mehr. Höchstens 1.000 Nebenstellen konnten auf die Anlage aufgeschaltet werden. Sie hatte ihre Kapazitätsgrenze mit 955 Nummern schon fast erreicht. „Die Zahl der Telefone wird in Zukunft noch eher zunehmen“, ist Tholen überzeugt. Das aber ist kein Problem: „Rein theoretisch können bis zu 6.000 Nebenstellennummern belegt werden. Zurzeit ist der Ausbau jedoch auf den aktuellen Bedarf von maximal 1.500 begrenzt.“ Durchwahlnummern haben künftig fünf statt drei Zahlen.
In der Vergangenheit waren die Nummern je nach Bedarf verteilt worden. Mit der HiPath 4000 hat das ein Ende. Komplett neu und logisch strukturiert wurden die Durchwahlnummern. 85-0 ist die Zentrale, wie bisher auch.
Was recht einfach und übersichtlich zu sein scheint, brauchte eine lange Vorbereitungszeit: Immer wieder saßen Markus Tholen, Tobias Fiedelak und Johannes Schade von der Technik sowie Meike Clausen von der Verwaltung und Beate Sevenich von der EDV-Abteilung zusammen, um die Vorbereitungen zu koordinieren, zumal es eine abschnittsweise Umstellung der Telefonnummern nicht geben konnte. „Das muss alles auf einmal am Tag X umgestellt werden und funktionieren“. Dieser Tag X ist der 15. Dezember 2009. Tholen ist sicher, dass die Umstellung reibungslos vonstatten geht.
Verloren geht übrigens kein Anruf, auch nicht einer an eine Nummer, die nicht vergeben ist. „Alle Fehlanrufe landen beim Empfang und werden von dort weitervermittelt
Sorgen mit dafür, dass die Umstellung der Telefonanlage am kommenden Dienstag reibungslos funktioniert: Tobias Fiedelak (links) und Johannes Schade von der Technik-Abteilung des Borromäus-Hospitals. Foto: Alex Siemer
Pressemitteilung des Borromäus-Hospitals Leer:
Leer, 16. Oktober 2009.-
Nach 20 Jahren als Chefarzt der Abteilung ‚Plastische und Handchirurgie’ des Borromäus-Hospitals Leer ist Dr. Lutz Martin am Freitag feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden. Aufsichtsratsvorsitzende Martina Klasen, Geschäftsführer Dieter Brünink und der Ärztliche Direktor Dr. Reckels dankten dem Mediziner für seine Arbeit im und für das Borromäus-Hospital. Dr. Martin habe „die Handchirurgie aufgebaut und weit über die Grenzen Ostfriesland hinaus bekannt gemacht“, lobte Martina Klasen.
Der Chefarzt habe „mehr als nur seine Pflicht getan“, hob auch Dieter Brünink hervor. „Deine Abteilung ist eine der Säulen, auf denen unser Haus ruht“, bescheinigte Dr. Reckels seinem Kollegen. „Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern nur durch harte Arbeit“, zitierte Reckels Albert Einstein.
Zur Erinnerung an seine zwei Jahrzehnte lange Tätigkeit überreichte Geschäftsführer Dieter Brünink dem Chefarzt ein Aquarell des ostfriesischen Künstlers Kruse sowie einen Block aus Kristallglas mit dem Hologramm eines Olivenbaumes, der seit Jahrtausenden ein Synonym für Wissen, Frieden und Kraft ist.
Nur kurz war die Antwort von Dr. Lutz Martin auf die vielen Lobesworte: „Der Abschied fällt mir sehr schwer“, betonte der Mediziner, der noch bis Ende Oktober offiziell Chefarzt der Plastischen und handchirurgischen Abteilung ist. Ab dem 1. November wird diese von Dr. Knut Busching geleitet, der bereits seit Anfang April als Oberarzt in der Abteilung tätig ist.

Nach zwei Jahrzehnten als Chefarzt der Abteilung Plastische- und Handchirurgie wurde Dr. Lutz Martin (2. von links) am Freitag feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Das Bild zeigt ihn zusammen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Martin Reckels, Geschäftsführer Dieter Brünink und Aufsichtsratsvorsitzende Martina Klasen. Foto: Alex Siemer
Pressemitteilung des Borromäus-Hospitals Leer:
Leer, 30. September 2009.-
Das Borromäus-Hospital Leer ist am Montag mit dem Qualitätssiegel der Techniker-Krankenkasse (TK) ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer Feierstunde im Sitzungssaal überreichte Burkhard Starcke, Krankenhaus-Referent der TK-Landesvertretung Niedersachsen, die Urkunde an Geschäftsführer Dieter Brünink, der sie allerdings nur stellvertertend entgegen nahm. „Dass die Patienten in unserem Haus besonders zufrieden sind, ist das Verdienst unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich intensiv um das Wohl der uns anvertrauten Menschen kümmern“, lobte Brünink mit Blick auf die ärztliche und pflegerische Betreuung.
Landesweit hatte die TK rund 13.000 Mitglieder nach einem mindestens dreitägigen Krankenhausaufenthalt gebeten, die Leistung der jeweiligen Klinik zu beurteilen. Allein beim Borro waren im vergangenen Jahr über 520 TK-Versicherte in stationärer Behandlung gewesen. Von diesen hatten über 300 den Fragebogen ausgefüllt an die TK zurückgeschickt: In allen fünf Fragenkomplexen wurden dem Borromäus-Hospital überdurchschnittliche Leistungen bescheinigt, was sich auch im Gesamtresultat widerspiegelte: Mit 84,41 Prozent erreichte das Borro eine besonders hohe Zufriedenheitsrate, denn im Bundesdurchschnitt lag die allgemeine Zufriedenheit bei lediglich 79 Prozent.
Geschäftsführer Dieter Brünink, der Ärztliche Direktor Dr. Martin Reckels und Pflegedirektor Andreas Dörkßen zeigten sich erfreut über das Ergebnis und die Urkunde. „Aber wir haben auch noch Verbesserungsbedarf“, erklärte Dörkßen selbstkritisch. Und daran arbeite man in allen Bereichen. Von ganz besonderer Bedeutung für die Patienten und Patientinnen sei, dass mit ihnen persönlich gesprochen, notwendige medizinische und pflegerische Massnahmen gut erklärt werden. Hierbei sei es hilfreich, „dass viele unserer Pflegekräfte auch platt sprechen“, so Dörkßen.
Es war das zweite Mal, dass die TK eine groß angelegte Zufriedenheitsbefragung durchgeführt hat. Unter den 16 ausgezeichneten Krankenhäusern in Niedersachsen ist das Borromäus-Hospital das einzige in der Region Ostfriesland. Im früheren Regierungsbezirk Weser-Ems wurden außer dem Leeraner Krankenhaus auch das Evangelische Krankenhaus und das Klinikum Oldenburg, die Paracelsus-Klinik Osnabrück, das St. Johannes-Hospital in Varel, das St. Marienhospital Vechta und das Franziskus-Hospital Harderberg in Georgsmarienhütte mit dem TK-Qualitätssiegel ausgezeichnet.

Mit dem TK-Qualitätssiegel wurde in dieser Woche das Borromäus-Hospital Leer ausgezeichnet, weil die Patienten hier in besonderen Maße mit den medizinischen und pflegerischen Leistungen zufrieden sind. Das Bild zeigt von links Sigrun Wieland und Kornelia Rynas (Abteilungsleitung Pflege), Dr. Martin Reckels (Ärztlicher Direktor), Burkhard Starcke (Krankenhaus-Referent der TK-Landesvertretung Niedersachsen), Andreas Dörkßen (Pflegedirektor), Dieter Brünink (Geschäftsführer), Andree Bolte (Abteilungsleitung Pflege) und Hilke Boomgaarden (Vorsitzende der Mitarbeitervertretung) während der Übergabe der Urkunde. Foto: Alex Siemer
Leer, 18. September 2009.-
Das Borromäus-Hospital Leer wird als einziges Krankenhaus in Ostfriesland mit dem Qualitätssiegel der Techniker-Krankenkasse (TK) ausgezeichnet. Grund sind die hervorragenden Ergebnisse der Klinik bei einer Patientenbefragung der TK im Vorjahr. In allen abgefragten Bereichen lagen die Borro-Ergebnisse über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Die Auszeichnung soll am 28. September überreicht werden.
Allein in Niedersachsen hatte die TK fast 13.000 Patientinnenn und Patienten zur Zufreidenheit mit ihrer Krankenhausbehandlung befragt. 16 der insgesamt 58 Kliniken im Land, die in die Auswertung einbezogen wurden, wurden dabei als überdurchschnittlich gut bewertet, darunter das Borro in Leer.
,,Über die Qualität eines Krankenhauses entscheiden nicht allein die apparative Ausstattung, das medizinische Leistungsspektrum und die Qualifikation der Mitarbeiter. Ein weiterer, bedeutender Faktor ist die subjektiv empfundene Qualität der medizinischen Versorgung, wie sie vom Patienten erlebt wird“, so Frank Seifert, Sprecher der TK in Niedersachsen. Abgefragt wurden dabei die Bereiche Allgemeine Zufriedenheit, Behandlungsergebnis, Information und Kommunikation, Medizinisch-pflegerische Versorgung sowie Organisation und Unterbringung.
Die Ergebnisse wurden in den TK-Klinikführer eingearbeitet und sind im Internet abrufbar. Darüber hinaus werden bis zu fünf besondere Stärken eines Krankenhauses ausgewiesen wie beispielsweise eine gute Organisation der Aufnahme, kurze Wartezeiten oder eine gute Information der Arzte über die Erkrankung der Patienten. Zudem hat die TK für den Klinikführer Informationen aus den strukturierten Qualitätsberichten ausgewertet, die die Krankenhäuser alle zwei Jahre veröffentlichen, und diese Daten für Laien verständlich übersetzt.
Außer dem Borromäus-Hospital in Leer erhalten in Niedersachsen noch weitere 15 Krankenhäuser das Qualitätssiegel der TK. Darunter sind auch das Evangeliche Krankenhaus und das Klinikum in Oldenburg sowie das Franziskus-Hospital Harderberg in Vechta und die Paracelsus-Klinik Osnabrück.
Borro-Geschäftsführer Dieter Brünink zeigte sich erfreut über die Auszeichnung. „Sie bestätigt die Ergebnisse unserer eigenen Patientenbefragungen“, erklärte Brünink, „und sie ist ein Ansporn für uns, in unserem Bemühen nicht nachzulassen, dass sich die Patienten in unserem Krankenhaus bestens aufgehoben wissen“.
Leer, 11. September 2009.-
Entfernung der Gallenblase – das steht pro Jahr bei fast 200 Patienten des Borromäus-Hospitals auf dem OP-Plan. Eine Routine-Operation, die schon bisher minimal-invasiv durchgeführt wurden. Dabei wurden die notwendigen Instrumente durch vier kleine Einschnitte in die Bauchdecke eingeführt. So blieben nur kleine Narben von dem Eingriff übrig. Seit Mitte August gibt es gar keine sichtbaren Narben mehr: Denn der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Michael Sevenich, und sein Leitender Oberarzt Michael Schinagl, nutzen für den Eingriff statt vier nur noch eine kleine Öffnung. „Wir gehen durch die natürliche Narbe im Bauch, den Bauchnabel“, erläutert Dr. Sevenich.
Zunächst wird der Bauchnabel ein wenig eingeschnitten, um den Zugang zum Bauchraum zu schaffen. Hierin wird ein Teil fixiert, das die Ärzte wegen seiner Form, Farbe, Größe und Festigkeit Marshmallow nennen. Von oben betrachtet sieht dieser Marshmallow eher wie ein großer weißer Mantelknopf aus, denn er hat vier Löcher: durch eines wird die Minikamera in den Bauch eingeführt, mit dessen Hilfe die Operateure auf dem Bildschirm den Fortgang der Arbeiten verfolgen. Durch zwei weitere Löcher werden die Präparierinstrumente zur OP-Stelle bugsiert und das vierte und letzte Loch schließlich nimmt den Schlauch auf, mit dessen Hilfe Kohlendioxid in den Bauch gepumpt wird, um ihn aufzublähen und so mehr Platz im Bauchraum zu schaffen.
Das Verfahren gibt es erst seit gut einem halben Jahr und ist „sehr innovativ“, freut sich Sevenich. „Es ist einfach die Weiterentwicklung der Minimal-invasiven Chirurgie“, ergänzt Schinagl. „Und eine Stufe schwieriger als bisher. Unser Haus ist für diese spezielle Operationsmethode Ausbildungsklinik, das heißt andere Ärzte kommen zu uns, um von uns zu lernen.“ Denn von den Operateuren wird ein noch genaueres Arbeiten auf noch engerem Raum gefordert.
Die OP dauert auch „minimal länger“ als ein bisher üblicher Eingriff. Für die Entfernung einer Gallenblase muss eine Stunde eingeplant werden. Und teurer ist sie auch: denn das Operationsbesteck, das mit Gelenken ausgestattet ist, kann nur jeweils einmal verwendet werden.
„Es bleiben keine Narben, außer der ohnehin schon von Natur aus vorhandenen“, umschreibt der Chefarzt die Vorteile für die Patienten, die mit dieser Methode operiert werden können. Das sind aber derzeit nicht alle. Voraussetzung für einen solchen Eingriff ist, dass die Patienten nicht stark übergewichtig sind. „Diese Methode ist nur bis zu einem BMI von 30 anwendbar“, weil sonst zuviel Fettgewebe schlicht im Weg ist. Ausgeschlossen sind auch Voroperierte und solche Patienten, die unter Steinen in den Gallenwegen leiden. Hier muss dann wie bisher operiert werden, entweder mit der Vier-Loch-Methode oder mit dem klassischen Schnitt.
Angewandt wird die Bauchnabel-Methode zunächst auch nur bei Gallenblasenentfernungen. „Langfristig ist das aber auch bei der Blinddarmentfernung denkbar.“
Die Patienten bekommen von der Operation nichts mit, denn die erfolgt in Vollnarkose, so wie bei den anderen OP-Möglichkeiten auch. „Sie sehen anschließend nur, dass man nichts sieht“, so Dr. Sevenich abschließend.

Auf einem Bildschirm verfolgen die Operateure Michael Schinagl (links) und Dr. Michael Sevenich den Verlauf der Gallenblasenentfernung. Foto: Alex Siemer